Alle Artikel mit dem Schlagwort: Marken

Die feinen Unterschiede zwischen Fans und Fans

2011 hatte ich das Glück, jemanden kennenzulernen, der mit großer Leidenschaft und ganzem Herzen Fan des FC Bayern München ist. Wenn man es genau nimmt, ist er nicht bloß ein Anhänger des FCB, sondern auch ein Riesenfan der Fanszene, der er selbst schon länger als sein halbes Leben angehört. Er liebt seinen Verein – und seine Community. Eine schwere Erkrankung zwang ihn nun, nach 19 Jahren intensiver Fanarbeit, dazu, kürzerzutreten. In seinem Fall heißt das: Spiele des FC Bayern nicht mehr stehenden, springend und gröhlend von der Südkurve aus zu verfolgen, sondern von den Sitzplätzen, wo das Stadionerlebnis ein völlig anderes ist. Die Südkurve ist für ihn der zentrale Ort, der sein Dasein als Fan definiert. Sie ist der Ort, an dem für ihn Community erlebbar ist. Sie ist sein third place – und von dem ist er nun zwangsweise ausgeschlossen. In einem sehr persönlichen Blog-Artikel beschreibt er, wie sich dieses neue und ganz andere Fan-Dasein für ihn anfühlt. Die Innenperspektive, die er dabei offenlegt, ist faszinierend: Er erinnert sich, wie ihn sein erstes Spiel …

Leg dich nicht mit DIE WELT an

Und jetzt noch ein sehr schönes Beispiel, das zeigt: Deutsche Marken können Community Management, wenn sie sich nur trauen. Nach der Deutschen Bahn und Spiegel TV wagt auch Die Welt eine Kommunikation mit ihrer Fanbase, die weit mehr ist als das übliche Dialog-Einerlei, das man im Web sonst an allen Ecken und Enden findet. Während die meisten Marken krampfhaft versuchen, bloß nie den dialogischen Bogen zu überspannen, immer nett und seriös zu bleiben und bloß niemals in die Kontroverse abzurutschen (und dadurch zum Gähnen langweilig sind), kommunizieren Marken wie Die Welt auf eine Weise, die so dermaßen für Aufsehen sorgt, dass sogar andere Medien darüber berichten. So geschehen auf Storyfilter.com – zugegeben nicht das große Leitmedium, aber immerhin ein doch so gut vernetztes, dass mich der Artikel dank eines Freundes über Facebook erreicht hat. Dort finden sich zahlreiche Beispiele wie dieses hier: Bild: Storyfilter.com Manche Dialoge sind subjektiv hart an der Grenze des guten Geschmacks und beim Lesen dachte ich mir nicht nur einmal: Krass, die trauen sich aber was. Unterm Strich ist es dem …

Thermomix TM5 Hack

Ich dachte, ich seh nicht recht, als ich heute durch mein Feedly scrollte. Ist das Hacken von Küchengeräten echt so ein Riesenthema, dass sogar Golem.de darüber berichtet? Ganz offenbar ist dem so. Aktuell geht es dem Thermomix TM5 der Firma Vorwerk an den Kragen. Dieses Modell arbeitet mit Rezept-Chips, die sich in der das Gerät [der musste sein…] einlegen lassen. Auf den Chips sind verschiedene Rezepte gespeichert. Du wählst aus, was du zubereiten willst, dann sagt dir dein Thermomix, welche Zutaten du in welcher Menge benötigst und führt dich schließlich step by step durch den Kochvorgang. Ein tolles Ding. Nur sind die Chips recht teuer. Und das schreit geradezu nach einem Hack. Die Firma Vorweg erlaubt nämlich nicht, eigene Rezepte auf die Chips zu laden. Genau das wäre aber recht praktisch – und günstig noch dazu. Einige Hacker und Modder versuchen nun herauszufinden, wie genau die Rezept-Chips funktionieren, um sie mit eigenen Rezepten zu füllen. Auf Facebook gibt es mittlerweile eine eigene TM5 Chip Modding Community, die sich dem Thema widmet. Auch im Forum Mikrocontroller.net sind Diskussionen im Gange über Linux, BusyBox …

Spiegel TV vs. Pegida

Während draußen auf den Straßen Demos und Gegen-Demos stattfinden und man als Zuschauer irgendwie das Gefühl bekommt, Pegida-Anhänger und ihre Gegner würden kaum ein Wörtchen miteinander wechseln, sieht das im Netz ein wenig anders aus. Im Netz kann man nämlich nicht durch die Städte marschieren, Banner hoch halten und Fahnen schwingen, komische Lieder singen und böse gucken. Was man online hingegen prima kann, ist schreiben, kommentieren, haten und ranten. Und dass das im Zuge dieser Pegida-Sache derzeit zuhauf passiert, vor allem auf den offiziellen Seiten von Presse und Medien, kann man sich denken. Das ist eine echte Herausforderung für die Community Manager, die diese Seiten betreuen, weil Dialogführung immer ein äußerst heikles Thema ist. Umso beeindruckender ist es für mich, wenn es das Community Management schafft, sehr souverän mit Hatern und Trollen umzugehen. So wie hier bei Spiegel TV auf Facebook: Diese Grafik hat mich über Facebook erreicht. Ich habe nicht verifiziert, ob der Dialog echt ist. Aber selbst wenn nicht, fände ich die Reaktion von Spiegel TV auf den Kommentar von Kilian B. absolut angemessen, …

Brand Story: Die eigene Marke großartig inszenieren

Ich bin ein großer Fan des Blogs „The Story of Telling“ von Bernadette Jiwa. Ihr gelingt es ziemlich gut, große Themen in kleine Stückchen zu portionieren und diese dann wunderbar in Worte zu fassen. So zum Beispiel in ihrem Artikel über die Charakteristiken großartiger Marken-Stories. Sie zählt 14 Punkte auf, die Unternehmen, die auf Storytelling setzen, im Hinterkopf behalten sollten. Die ersten sieben Punkte gibts hier – frei ins Deutsche übersetzt von mir selbst: Großartige Marken-Stories… …haben einen Wahrheitsgehalt. …werden ganz bewusst formuliert und erzählt. …verfolgen ein höheres Ziel. …fügen einer Ware einen immateriellen Wert hinzu. …brauchen Zeit. …machen den Kunden zum Helden. …beeinflussen, wie Menschen zu einem Produkt oder Service stehen.  Die restlichen sieben Punkte, die großartige Marken-Stories auszeichnen, gibts im Blogpost „The Characteristics of Great Brand Stories“ zu lesen.

Storytelling bei BrewDog UK

Bei Marken, die eine starke Story und einen konsistenten Markenauftritt hinlegen, werden die Menschen hellhörig. Marken, die Wert legen auf Identität und deren Inszenierung, bleiben in Erinnerung. Über diese Marken spricht man. Das ist der berühmte Word-of-Mouth-Effekt. Mundpropaganda ist ein starker Treiber, gerade online und insbesondere in Social Media. BrewDog UK, die Scottish Craft Beer Company, ist so eine Marke, ganz offensichtlich. Mit hochprozentigen Bieren, die Namen wie „Tactical Nuclear Penguin“ oder „Sink the Bismarck“ tragen, inszenieren sie sich martialisch, teilweise kontrovers (schaut euch das Video weiter unten an) – aber wirkungsvoll. Wirft man einen Blick auf ihre Website und liest dazu den Eintrag über sie in der deutschen Wikipedia (v.a. den Abschnitt über Biere), wird das ziemlich schnell deutlich. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass so eine fancy story einer derart abgefahrenen Marke auf Facebook geteilt wird. Auf diese Weise wurde ich erst auf BrewDog aufmerksam. Word of Mouth eben…

Wenn Marken sprechen: Ein Beispiel der DB Bahn auf Facebook

Ich erinnere mich an eine Diskussion zwischen Social Media Beratern, bei der es um die Frage ging, ob es tendenziell nachteilig ist, wenn man im Social Web Menschen mit Logos sprechen lässt. Anders formuliert ging es um die Frage, ob Marken und Unternehmen in ihren Profilbildern auf Facebook, Twitter, Google+ etc. einfach nur ihre Logos platzieren sollten, oder vielleicht doch eher die Fotos derjenigen, die im Auftrag der Marke bzw. des Unternehmens den Dialog mit den Fans und Followern über Social Media führen. Ich lauschte der Diskussion aufmerksam und kam zu dem Schluss, dass ein Dialog „Mensch mit Mensch“ grundsätzlich besser sei als ein Dialog „Mensch mit Logo“. Heute wurde ich aber Zeuge eines interessanten Dialogs auf Facebook. Die Dialogpartner waren die Deutsche Bahn und eine Facebook-Nutzerin namens Franzi Do, die offenbar häufig mit der Bahn unterwegs ist. Scheinbar machte sie kürzlich eine nicht ganz so nette Erfahrung mit der Bahn: ihr Zug fiel komplett aus, nachdem sie 45 Minuten in klirrender Kälte auf ihn wartete. Und eine Durchsage des Bahnpersonals blieb die ganze Zeit …

Unglaublich: Transformers: The Ride

Es ist eine unglaubliche Entertainment-Maschine. Eine Mischung aus 3D-Film, realen Pyro- und Wettereffekten und einem beweglichen Untergrund. Das Ding ist in einer großen Halle untergebracht, und die steht in einem der faszinierendsten, von Menschenhand geschaffenen Arealen, die ich jemals betreten habe: in den Universal Studios Hollywood. Die Rede ist von Transformers: The Ride, einem perfekt inszenierten Trip durch ein urbanes Schlachtfeld, auf dem sich Autobots und Decepticons einen grandiosen Kampf liefern. Am Ende bleibt eine halb zerstörte Stadt – und ein WOW-Gefühl, wie ich es vorher noch nie erlebt habe. Vergnügenspark at its best! Was ist die Story? Der Zuschauer ist Mitglied einer militärischen Einheit. Er trägt den Allspark bei sich, ein mächtiges Artefakt, das Maschinen Leben einhaucht. Die Decepticons – die bösen Transformers – greifen an, denn sie wollen den Allspark haben. Die Autobots – die Guten, die mit den Menschen Seite an Seite kämpfen – wollen dies um jeden Preis verhindern. Ein actiongeladener Kampf entbrennt – und wir mitten drin. Wie ist Transformers: The Ride inszeniert? Als Zuschauer sitzt man mit elf anderen …

Red Bull Stratos Bullshit Sause

Vor Felix Baumgartners großem Sprung powered by Red Bull am vergangenen Sonntag ahnte vermutlich niemand, welche Ausmaße das Ganze tatsächlich annehmen würde. Es war eine Riesenaktion von Red Bull, das war im Vorfeld klar. Mit Baumgartner, dem verrückten Hund, ist es gelungen, drei neue Weltrekorde aufzustellen. 50 Millionen Euro hat Red Bull die Aktion gekostet. Ein Haufen Geld ist das. Im Nachhinein war es aber ganz offensichtlich eine gelungene Investition, zumindest aus Unternehmenssicht, wenn man sich ein paar Fakten anschaut: Mehr als 8 Millionen Menschen verfolgten den Sprung via Live-Stream in Red Bulls Youtube Channel. Der Nachrichtensender n-tv erreichte mit mehr als 7 Millionen Zuschauern eine Einschaltquote von 19,9 Prozent, und damit das rund 20-fache seiner normalen Quote, wie Spiegel Online berichtet. Hinzu kommen die vielen, viiiiiiiielen, unglaublich viiiiiiiiiiiiiiiieln Postings im Web, die „Go, Felix, Go!“-Rufe auf Facebook, die Fotoserien auf Instagram, Trending Topics auf Twitter… Es war Wahnsinn. Die Welt stand still. Alle hielten den Atem an. Nur im Social Web versucht jeder zu trumpfen. Sie alle wollten ein Stück vom Aufmerksamkeitskuchen abhaben. Die große Bullshit Sause …