Alle Artikel in: Kultur

Games Community trauert um Star-Wars-Star Carrie Fisher

Trauer ist eine Emotion, die in uns entsteht, wenn wir etwas verlieren, das uns sehr wichtig ist. Wenn wir trauern, suchen wir Trost, und in aller Regel finden wir diesen Trost bei anderen Menschen, denen wir vertrauen (interessant: mir fällt erst jetzt auf, dass im Vertrauen das Wort Trauer bereits enthalten ist). Oft sind es Menschen, von denen wir wissen, dass sie unsere Trauer verstehen. Vielleicht, weil sie in der Vergangenheit selbst eine Phase der Trauer erlebt haben, oder weil sie gerade dieselbe Trauer verspüren wie wir – weil sie aus demselben Anlass heraus trauern wie wir. In Zeiten der Trauer suchen wir zu diesen Menschen Kontakt: wir suchen das Gespräch, verlangen nach Berührungen und Blickkontakt. Trauer verlangt nach solchen sozialen Ritualen, weil vielleicht nur diese Rituale in der Lage sind, unsere Trauer abzubauen. Meist wollen wir nicht länger trauern, als unbedingt nötig. Wir wollen, dass unsere Zeit der Trauer endet. Interessanterweise scheinen sich Rituale der Trauer nicht mehr allein auf die Offline-Welt zu beschränken. Auch online finden wir sie mittlerweile in Form von virtuellen Zusammenkünften, Chats und symbolischen Handlungen, die unserer …

Culture, Baby!

„Die Ethnologie erforscht traditionell das Denken und Handeln außereuropäischer Kulturen – von Südamerika über Afrika bis nach Asien und Ozeanien. Doch seit den 1990er Jahren widmet sie sich zunehmend auch Online Communities. Diese Teildisziplin der Ethnologie, auch Cyberanthropology oder Digital Anthropology genannt, versucht, Formen der Vergemeinschaftung im Netz besser zu verstehen und die kulturellen Bedeutungen, die soziale Netzwerke wie Facebook für die Menschen rund um den Globus haben, zu entschlüsseln. In der Session „Culture, Baby!“ präsentiere ich beeindruckende, ethnologische Erkenntnisse über kulturspezifische Nutzungsweisen von Facebook, die kaum jemand kennen dürfte. Und evtl. gehe ich zum Schluss noch der Frage nach, ob und wie diese Erkenntnisse unser Facebook Marketing, insbesondere das Facebook Community Management, verbessern könnten.“ Die AllFacebook Marketing Conference steht mal wieder an. Die nächste wird am 5. November in Berlin stattfinden und mit diesem Abstract habe ich mich diesmal als Speaker beworben. Eine ethnologisch geprägte Session auf einer Marketing-Konferenz mag zunächst seltsam anmuten. Doch Ethnologen sind längst aus ihrem akademischen Elfenbeinturm herausgetreten und mitten in der Businesswelt angekommen. Viele von ihnen arbeiten mittlerweile bei …

Die feinen Unterschiede zwischen Fans und Fans

2011 hatte ich das Glück, jemanden kennenzulernen, der mit großer Leidenschaft und ganzem Herzen Fan des FC Bayern München ist. Wenn man es genau nimmt, ist er nicht bloß ein Anhänger des FCB, sondern auch ein Riesenfan der Fanszene, der er selbst schon länger als sein halbes Leben angehört. Er liebt seinen Verein – und seine Community. Eine schwere Erkrankung zwang ihn nun, nach 19 Jahren intensiver Fanarbeit, dazu, kürzerzutreten. In seinem Fall heißt das: Spiele des FC Bayern nicht mehr stehenden, springend und gröhlend von der Südkurve aus zu verfolgen, sondern von den Sitzplätzen, wo das Stadionerlebnis ein völlig anderes ist. Die Südkurve ist für ihn der zentrale Ort, der sein Dasein als Fan definiert. Sie ist der Ort, an dem für ihn Community erlebbar ist. Sie ist sein third place – und von dem ist er nun zwangsweise ausgeschlossen. In einem sehr persönlichen Blog-Artikel beschreibt er, wie sich dieses neue und ganz andere Fan-Dasein für ihn anfühlt. Die Innenperspektive, die er dabei offenlegt, ist faszinierend: Er erinnert sich, wie ihn sein erstes Spiel …

Urbane Spielwiesen

Am 4. April war wieder Internationaler Tag der Kissenschlacht. Berlin, London, New York – überall auf der Welt versammelten sich Menschen an öffentlichen Plätzen, um im Namen des Spaßes gemeinsam die Federn fliegen zu lassen. Gemeinsam ist das Schlüsselwort. Eine Kissenschlacht lässt sich nicht alleine machen. Es ist eine Aktivität, die mindestens zwei Teilnehmer braucht. Am Tag der Kissenschlacht waren es in einigen Städten Tausende, die sich die Kissen um die Ohren hauten. Jedes Jahr aufs Neue finden die Schlacht bewusst im öffentlichen Raum statt. Dadurch werden auf spielerische Weise die urbanen Plätze wiederbelebt. Sie werden wieder zu den Orten der Begegnung und des sozialen Miteinanders, die sie einst waren. So schreiben die Betreiber von pillowfightday.com: „One of our goals is to make these unique happenings in public space become a significant part of popular culture, partially replacing passive, non-social consumption experiences like watching television, and consciously celebrating public spaces in our cities as our ‚urban living rooms.’“ Die Internationalen Tage der Kissenschlacht sind im Kern Community Events. Online organisiert, offline zelebriert, ziehen sie Menschen …

Artoo in Love oder Das geheime Liebesleben der Droiden

Kaum eine Filmreihe hatte einen solch immensen Einfluss auf unser Leben und unsere Kultur wie Star Wars. Die Geschichte von Luke Skywalker, dem einfachen Farmersjungen, der zu einem der größten Jedi-Ritter des Universums wurde, begeistert Jung und Alt noch heute. Mit dem bevorstehenden Kinostart von Episode VII – Das Erwachen der Macht ist ein neuer Hype um die Sternenkriege entfacht. Offizielle Teaser und Trailer, aber auch zahlreicher Fan-Content findet seinen Weg ins Netz. Aktuell begeistert mich vor allem dieser Kurzfilm über R2-D2, den kultigen Droiden, der schon im ersten Star Wars Film 1977 mit von der Partie war. In einem Artikel auf Mashable findet ihr einige überraschende Hintergrundinfos über den Kurzfilm, insbesondere auch über den pinken Droiden, der gegen Ende auftaucht. Star Wars und ich Es gab mal eine Zeit, da war Star Wars das Größte für mich. Ich war ein Fan durch und durch und sammelte alles, was ich in die Finger kriegen konnte. Da war ich um die 17 Jahre alt. Ich trat sogar dem offiziellen Star Wars Fan Club bei und gründete …

Thermomix TM5 Hack

Ich dachte, ich seh nicht recht, als ich heute durch mein Feedly scrollte. Ist das Hacken von Küchengeräten echt so ein Riesenthema, dass sogar Golem.de darüber berichtet? Ganz offenbar ist dem so. Aktuell geht es dem Thermomix TM5 der Firma Vorwerk an den Kragen. Dieses Modell arbeitet mit Rezept-Chips, die sich in der das Gerät [der musste sein…] einlegen lassen. Auf den Chips sind verschiedene Rezepte gespeichert. Du wählst aus, was du zubereiten willst, dann sagt dir dein Thermomix, welche Zutaten du in welcher Menge benötigst und führt dich schließlich step by step durch den Kochvorgang. Ein tolles Ding. Nur sind die Chips recht teuer. Und das schreit geradezu nach einem Hack. Die Firma Vorweg erlaubt nämlich nicht, eigene Rezepte auf die Chips zu laden. Genau das wäre aber recht praktisch – und günstig noch dazu. Einige Hacker und Modder versuchen nun herauszufinden, wie genau die Rezept-Chips funktionieren, um sie mit eigenen Rezepten zu füllen. Auf Facebook gibt es mittlerweile eine eigene TM5 Chip Modding Community, die sich dem Thema widmet. Auch im Forum Mikrocontroller.net sind Diskussionen im Gange über Linux, BusyBox …