In eigener Sache, Kultur
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Culture, Baby!

Leuchtreklame "INTERNET"

„Die Ethnologie erforscht traditionell das Denken und Handeln außereuropäischer Kulturen – von Südamerika über Afrika bis nach Asien und Ozeanien. Doch seit den 1990er Jahren widmet sie sich zunehmend auch Online Communities. Diese Teildisziplin der Ethnologie, auch Cyberanthropology oder Digital Anthropology genannt, versucht, Formen der Vergemeinschaftung im Netz besser zu verstehen und die kulturellen Bedeutungen, die soziale Netzwerke wie Facebook für die Menschen rund um den Globus haben, zu entschlüsseln. In der Session „Culture, Baby!“ präsentiere ich beeindruckende, ethnologische Erkenntnisse über kulturspezifische Nutzungsweisen von Facebook, die kaum jemand kennen dürfte. Und evtl. gehe ich zum Schluss noch der Frage nach, ob und wie diese Erkenntnisse unser Facebook Marketing, insbesondere das Facebook Community Management, verbessern könnten.“

Die AllFacebook Marketing Conference steht mal wieder an. Die nächste wird am 5. November in Berlin stattfinden und mit diesem Abstract habe ich mich diesmal als Speaker beworben.

Eine ethnologisch geprägte Session auf einer Marketing-Konferenz mag zunächst seltsam anmuten. Doch Ethnologen sind längst aus ihrem akademischen Elfenbeinturm herausgetreten und mitten in der Businesswelt angekommen.

Viele von ihnen arbeiten mittlerweile bei Google, Intel oder Microsoft. Diese großen Player haben längst erkannt, welchen bedeutungsvollen Beitrag Ethnologen für sie leisten können:

„While most execs are masters of analyzing spreadsheets, creating processes, and pitching products, anthropologists – and other practitioners of applied social science – can arrive at customer insights that big data tends to gloss over, especially around the role that products play in people’s lives.“ (businessinsider.com)

Schon während meines Ethnologie-Studiums an der LMU München interessierte ich mich besonders für die Digital Anthropology, die Teildisziplin also, die sich vor allem Informations- und Kommunikationstechnologien widmet.

Mit Alexander Knorr aka zephyrin_xirdal hatten wir zum Glück einen leidenschaftlichen Vertreter dieser Forschungsrichtung am Institut, der sich insbesondere mit Cyberpunk und Game Modding auseinandersetzt – und der mich letztendlich inspirierte, meine eigene Abschlussarbeit über „Computerspielen als soziale Praxis“ (2008) zu schreiben.

Mein Studium ist nun schon sieben Jahre her, doch die Digital Anthropology fasziniert mich immer noch. Und nun ist es an der Zeit, sie auch beruflich wieder stärker in den Fokus zu rücken, weil ich der Überzeugung bin, dass sie wertvolle Beiträge für ein tieferes Verständnis dessen bieten kann, was im Netz und speziell im Kontext von Online Communities eigentlich passiert.

Ich werde mich in Zukunft um eine stärkere Verzahnung zwischen Digital Anthropology und Community Management bemühen – zum einen in meiner beruflichen Beratungsarbeit, zum anderen natürlich hier im Blog.

Und sollte ich die Möglichkeit bekommen, auf der diesjährigen AllFacebook Marketing Conference über das Thema zu sprechen, werde ich das sehr gerne tun.

Bild: Pixabay (CC0 Public Domain)

2 Kommentare

  1. Hey, ein spannendes Thema! Und ich find’s ziemlich cool, dass Du ein Thema aus Deinem Studienbereich so mit Deinem jetzigen Job verbinden kannst. Klingt nach’ner runden Sache! :)

    • Danke, Uta. Ich denke auch, dass beides sehr schön zusammenspielt. Mal sehen was sich daraus entwickelt.

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