Mal nachgedacht über Preispolitik

Ziemlich teuerer Schokoniklaus
Dieser Schokonikolaus von Lindt kostet 3,50 Euro. Es gibt deutlich günstigere Schokonikoläuse zu kaufen, und doch war es dieser, auf den die Kaufentscheidung fiel. Das gab mir zu denken…

Zugegeben, dieser Schokonikolaus ist eine coole Socke. Er trägt einen schwarzen Mantel und eine dunkle Sonnenbrille, hat pinke Kopfhörer auf, die in einem pinken iPod MP3-Player stecken. Auf seiner Tasche steht “X-MAS ROCKS” (im Foto nicht richtig zu sehen) und sein Grinsen ist das eines Mannes, der genau weiß, dass er bei den Leuten ankommt. Ein Siegerlächeln.

Lindt hat das schon ganz gut gemacht. Aber hey, 3,50 Euro?! Warum kann Lindt so viel Geld für ein Schoko-Etwas verlangen? Ich hab über diese Frage mal ein bisschen nachgedacht und mir fielen diese vier Gründe ein:

  1. Einen Schokonikolaus herstellen kann jeder. Deshalb gibt es so viele von ihnen und sie alle sehen irgendwie gleich aus. Ein cooler Schokonikolaus aber, so wie der hier, fällt aus dem Raster. Da schaut man hin. Den fasst man an. Aber es gibt mittlerweile viele coole Schokonikoläuse zu kaufen, also muss man weiterdenken.
  2. Es ist Lindt. Lindt steht für Qualität auf dem Schokomarkt. Milka allerdings auch, also weiter.
  3. Schokonikoläuse schenken ist tief in unserer Kultur verankert. Alle tun es und alle wollen einen – nicht nur die Kinder, auch die Eltern und Großeltern. Es ist ein riesiger Markt. Selbst wenn Lindt von seinen coolen Schokonikoläusen im Schnitt deutlich weniger Stückzahlen verkauft, weil er so teuer ist, wird die Marge pro Stück deutlich höher sein als bei anderen und die geringeren Verkaufszahlen wieder kompensieren.
  4. Vor allem Kinder und Jugendliche werden diesen Schokonikolaus lieben. So wie der aussieht, ist das ein ziemlich lässiger Typ, mit dem man gut und gerne abhängen könnte. Vermutlich hat er sogar einen ausgezeichneten Musikgeschmack. Und jetzt stellt euch vor, wie die Kiddies vor dem Supermarktregal stehen und ihre Eltern anbetteln: “Den will ich. Krieg ich den? Biiiiittteeeeee!” Will man seinen Kindern wirklich diesen Wunsch abschlagen, so kurz vor Weihnachten? Och, neeeeeee.

So viel ganz spontan aus meinem Kopf zum Thema Preispolitik. Wie denkt ihr darüber?

Bye, bye, lineares Fernsehen

Ich war der Film- und Fernsehbranche ja immer schon sehr zugeneigt. Schon als ich noch zur Schule ging, wollte ich Filmproduktion studieren und habe mehrere Kurzfilme gedreht, die auch auf Festivals zu sehen waren.

Ich bin dann nur 2001/02 herum durch das Bewerbungsverfahren an den Filmhochschulen gerasselt. Damals war das eine große, emotionale Katastrophe für mich. Heute bin ich ganz froh darüber, dass es so gekommen ist.

Seit ich freiberuflich arbeite, bin ich immer noch mit Film und Fernsehen verbandlt, wie man bei uns in Bayern sagt. Nur habe ich nichts mehr mit der Produktion zu tun, sondern nur noch mit der Vermarktung, u.a. von TV-Sendern wie TNT Serie, Fernsehserien wie Falling Skies oder Kinofilmen wie Who Am I – Kein System ist sicher. Und das finde ich großartig, in dieser Branche fühle ich mich nämlich nach wie vor sehr wohl.

Wie sich der Fernsehmarkt wandelt, ist deshalb natürlich ein Thema, das mich interessiert. Hat lineares Fernsehen, mit dem wir alle groß geworden sind, endgültig ausgedient? Noch scheint es nicht so weit zu sein, aber die Weichen dafür sind offenbar gestellt. Denn BITKOM hat im Rahmen einer Umfrage herausgefunden:

“Jeder dritte Nutzer von Videostreaming (33 Prozent) ab 14 Jahren ersetzt das klassische Fernsehen ganz oder teilweise durch Streaming-Angebote. Das entspricht gut 13 Millionen Bundesbürgern.”

Und fast jeder Fünfte wäre künftig bereit, sogar komplett auf klassisches Fernsehen zu verzichten.

BITKOM hat die Umfrage-Ergebnisse in einer Infografik aufbereitet. Ein Klick auf die Grafik führt zur Pressemeldung, in der die vollständige Grafik zum Download bereitsteht.

BITKOM Videostreaming vs. lineares Fernsehen

Bild: BITKOM

Ein Satz und seine Bedeutung

Wenn ich Artikel oder Bücher lese, arbeite ich mit den Texten. Das heißt ich lese nicht nur, sondern markiere mit einem Stift Schlüsselwörter im Text, mache Notizen direkt ins Buch usw. Ganz analog. Print total, wenn man so will. Ich habe das im Studium gelernt und ich halte diese Arbeitsweise für sehr effektiv. Das Ganze sieht dann in etwa so aus:

Notiz im Buch

Wer genau hinschaut, kann in diesem Foto vielleicht sogar den Satz lesen, den ich markiert habe. Dieser Satz und das, was er aussagt, waren nämlich ausschlaggebend für diesen Blogpost hier. Der Satz lautet:

“The value of any bit of information increases through social interaction.”

Großartig, oder? Noch mal zum Genießen – und diesmal frei von mir ins Deutsche übersetzt:

“Durch soziale Interaktion gewinnt jede Art von Information an Wert.”

Von meiner Warte als Social Media Manager aus, ziehe ich vor allem die folgende Bedeutung aus diesem Satz:

Unternehmen können so viel Schrott im Social Web posten wie sie wollen. Wenn ihr Content beim Publikum nicht auf Resonanz stößt, wenn er alle kalt lässt, wenn er den Leuten am Allerwertesten vorbei geht, dann läuft etwas gehörig falsch. Das Unternehmen verliert: Zeit, Geld, vielleicht sogar Fans. Und die Fans: die gewinnen durch den Content nichts.

Content, der keine soziale Interaktion auslöst, ist toter Content. Eine Information ohne echten Wert.

Content hingegen, der die Menschen zum Teilen und Kommentieren anregt, der Gespräche auslöst, hitzige Diskussionen fördert, die Gemüter spaltet und polarisiert, der Emotionen weckt, auf Zustimmung oder Ablehnung stößt und zwar so stark, dass die Menschen das online und öffentlich zum Ausdruck bringen und dadurch Gruppen von Befürwortern und Gegnern entstehen – solch ein Content ist wertvoll.

Jeder Content ist zunächst nur Information. Erst in einem sozialen Umfeld entscheidet es sich, ob diese Information einen Wert hat, ob sie als Content überhaupt wahrgenommen wird und schließlich: ob sie stark oder schwach, gut oder schlecht, nützlich oder überflüssig ist.

Gesagt hat diesen Satz da oben übrigens Henry Jenkins, ehemaliger Direktor des MIT Comparative Media Studies Program und derzeit Professor für Communication, Journalism and Cinematic Arts an der University of Southern California. Dieses Zitat stammt von Seite 140 seines Buchs “Fans, Bloggers and Gamers: Exploring Participatory Culture”, das 2006 erschienen ist.

Brand Story: Die eigene Marke großartig inszenieren

STORY

Ich bin ein großer Fan des Blogs “The Story of Telling” von Bernadette Jiwa. Ihr gelingt es ziemlich gut, große Themen in kleine Stückchen zu portionieren und diese dann wunderbar in Worte zu fassen.

So zum Beispiel in ihrem Artikel über die Charakteristiken großartiger Marken-Stories. Sie zählt 14 Punkte auf, die Unternehmen, die auf Storytelling setzen, im Hinterkopf behalten sollten. Die ersten sieben Punkte gibts hier – frei ins Deutsche übersetzt von mir selbst:

Großartige Marken-Stories…

  • …haben einen Wahrheitsgehalt.
  • …werden ganz bewusst formuliert und erzählt.
  • …verfolgen ein höheres Ziel.
  • …fügen einer Ware einen immateriellen Wert hinzu.
  • …brauchen Zeit.
  • …machen den Kunden zum Helden.
  • …beeinflussen, wie Menschen zu einem Produkt oder Service stehen. 

Die restlichen sieben Punkte, die großartige Marken-Stories auszeichnen, gibts im Blogpost “The Characteristics of Great Brand Stories” zu lesen.

First Screen, Second Screen, Third Screen oder was?!

Für ein externes Marketing-Blog schreibe ich gerade an einem Artikel über die Multiscreen-Nutzung speziell im Gaming-Bereich. Ziemlich interessantes Thema, finde ich. Wir reden ja bislang meist nur von First und Second Screens und meinen damit, dass Nutzer sich z.B. während sie fernsehen Zusatzinfos online beschaffen, indem sie parallel mit ihrem Smartphone oder Tablet im Netz surfen.

Dass diese First/Second-Screen-Aufteilung zu starr gedacht ist und dass es in den meisten Fällen gar keinen direkten Zusammenhang zwischen den Inhalten auf dem einen Screen und denen auf dem anderen gibt, davon handelt die Studie “Catch Me If You Can!” von InteractiveMedia und United Internet Media vom Frühjahr 2013. Sie steht hier kostenlos zur Ansicht und zum Download zur Verfügung.

Multiscreen Studie

Bild: Screenshot von www.multi-screen.eu