Ein Satz und seine Bedeutung

Wenn ich Artikel oder Bücher lese, arbeite ich mit den Texten. Das heißt ich lese nicht nur, sondern markiere mit einem Stift Schlüsselwörter im Text, mache Notizen direkt ins Buch usw. Ganz analog. Print total, wenn man so will. Ich habe das im Studium gelernt und ich halte diese Arbeitsweise für sehr effektiv. Das Ganze sieht dann in etwa so aus:

Notiz im Buch

Wer genau hinschaut, kann in diesem Foto vielleicht sogar den Satz lesen, den ich markiert habe. Dieser Satz und das, was er aussagt, waren nämlich ausschlaggebend für diesen Blogpost hier. Der Satz lautet:

“The value of any bit of information increases through social interaction.”

Großartig, oder? Noch mal zum Genießen – und diesmal frei von mir ins Deutsche übersetzt:

“Durch soziale Interaktion gewinnt jede Art von Information an Wert.”

Von meiner Warte als Social Media Manager aus, ziehe ich vor allem die folgende Bedeutung aus diesem Satz:

Unternehmen können so viel Schrott im Social Web posten wie sie wollen. Wenn ihr Content beim Publikum nicht auf Resonanz stößt, wenn er alle kalt lässt, wenn er den Leuten am Allerwertesten vorbei geht, dann läuft etwas gehörig falsch. Das Unternehmen verliert: Zeit, Geld, vielleicht sogar Fans. Und die Fans: die gewinnen durch den Content nichts.

Content, der keine soziale Interaktion auslöst, ist toter Content. Eine Information ohne echten Wert.

Content hingegen, der die Menschen zum Teilen und Kommentieren anregt, der Gespräche auslöst, hitzige Diskussionen fördert, die Gemüter spaltet und polarisiert, der Emotionen weckt, auf Zustimmung oder Ablehnung stößt und zwar so stark, dass die Menschen das online und öffentlich zum Ausdruck bringen und dadurch Gruppen von Befürwortern und Gegnern entstehen – solch ein Content ist wertvoll.

Jeder Content ist zunächst nur Information. Erst in einem sozialen Umfeld entscheidet es sich, ob diese Information einen Wert hat, ob sie als Content überhaupt wahrgenommen wird und schließlich: ob sie stark oder schwach, gut oder schlecht, nützlich oder überflüssig ist.

Gesagt hat diesen Satz da oben übrigens Henry Jenkins, ehemaliger Direktor des MIT Comparative Media Studies Program und derzeit Professor für Communication, Journalism and Cinematic Arts an der University of Southern California. Dieses Zitat stammt von Seite 140 seines Buchs “Fans, Bloggers and Gamers: Exploring Participatory Culture”, das 2006 erschienen ist.

Brand Story: Die eigene Marke großartig inszenieren

STORY

Ich bin ein großer Fan des Blogs “The Story of Telling” von Bernadette Jiwa. Ihr gelingt es ziemlich gut, große Themen in kleine Stückchen zu portionieren und diese dann wunderbar in Worte zu fassen.

So zum Beispiel in ihrem Artikel über die Charakteristiken großartiger Marken-Stories. Sie zählt 14 Punkte auf, die Unternehmen, die auf Storytelling setzen, im Hinterkopf behalten sollten. Die ersten sieben Punkte gibts hier – frei ins Deutsche übersetzt von mir selbst:

Großartige Marken-Stories…

  • …haben einen Wahrheitsgehalt.
  • …werden ganz bewusst formuliert und erzählt.
  • …verfolgen ein höheres Ziel.
  • …fügen einer Ware einen immateriellen Wert hinzu.
  • …brauchen Zeit.
  • …machen den Kunden zum Helden.
  • …beeinflussen, wie Menschen zu einem Produkt oder Service stehen. 

Die restlichen sieben Punkte, die großartige Marken-Stories auszeichnen, gibts im Blogpost “The Characteristics of Great Brand Stories” zu lesen.

First Screen, Second Screen, Third Screen oder was?!

Für ein externes Marketing-Blog schreibe ich gerade an einem Artikel über die Multiscreen-Nutzung speziell im Gaming-Bereich. Ziemlich interessantes Thema, finde ich. Wir reden ja bislang meist nur von First und Second Screens und meinen damit, dass Nutzer sich z.B. während sie fernsehen Zusatzinfos online beschaffen, indem sie parallel mit ihrem Smartphone oder Tablet im Netz surfen.

Dass diese First/Second-Screen-Aufteilung zu starr gedacht ist und dass es in den meisten Fällen gar keinen direkten Zusammenhang zwischen den Inhalten auf dem einen Screen und denen auf dem anderen gibt, davon handelt die Studie “Catch Me If You Can!” von InteractiveMedia und United Internet Media vom Frühjahr 2013. Sie steht hier kostenlos zur Ansicht und zum Download zur Verfügung.

Multiscreen Studie

Bild: Screenshot von www.multi-screen.eu

Zum Tod von Robin Williams

Damals, als ich noch als Community Manager CM Ogrey beim Online-Game Tibia aktiv war, fügte ich eines Tages meiner Forum-Signatur ein Zitat hinzu, das ich aus “Der Club der toten Dichter” entlehnt hatte.

Im Film steht der Lehrer John Keating (gespielt von Robin Williams) vor seiner Klasse, die er ganz neu übernommen hat, und stellt sich vor. Im englischen Original sagt er:

“Now in this class you can either call me Mr. Keating, or if you’re slightly more daring, O Captain my Captain.”

Die Szene ist großartig.

Weil das Verhältnis zwischen Community Manager und Community immer auch ein hierarchisches ist, ganz ähnlich wie es bei Lehrern und Schülern der Fall ist, griff ich dieses Zitat auf und machte daraus:

“Now in this forum you can either call me CM Ogrey, or if you’re slightly more daring, Captain Oggy.”

Ich fügte es meiner Signatur im Forum hinzu. Dadurch war es unter jedem Post von mir sichtbar.

Von diesem Zeitpunkt an war ich für die meisten im Forum aktiven Spieler “Captain Oggy”, für manche auch einfach nur “Oggy” oder “Captain”. Das war fantastisch, weil auf einmal mehr Nähe zwischen mir, dem Community Manager, und den Spielern fühlbar war – einfach weil die persönliche Ansprache eine andere war: “Hey Captain, can you tell us…” oder “Oggy, I wanted to say…”. Fast wie eine Konversation unter Freunden.

Noch heute, wenn mir – drei Jahre nach dem Ende meiner aktiven Zeit bei Tibia – vereinzelt Spieler eine Mail oder eine Nachricht über Facebook schreiben, nennen sie mich Oggy oder Captain. Das freut mich immer. Schöne Dinge bleiben.

Danke, Robin Williams. Du warst ein ganz Großer. Bon voyage, gute Reise.

Segeln in den Sonnenuntergang

Bild: Jan Pedroietta

Kroatien is calling – again

So, liebe Leute, ich fahre mal wieder nach Kroatien ins wunderbare Novi Spa – teils privat, teils geschäftlich. Denn ich habe wieder jede Menge Arbeit mit dabei und stelle somit mein Konzept des Arbeitsurlaubs erneut auf die Probe: Wie lässt sich Arbeit und Urlaub perfekt miteinander verbinden?

Auf diese Frage suche ich auch diesmal eine Antwort, wenn ich der Ferienwohnung sitze und die Online Communities meiner Kunden manage, oder wenn ich in der Bar einen Cocktail schlürfe und den wunderbaren Ausblick über die Kvarner Bucht genieße. Hier ein Foto der Hotelbar von vor zwei Jahren:

The Eight - Novi Spa, Kroatien

Bild: Danny Woot

Vom 31. Juli bis 14. August bin ich deshalb nur eingeschränkt per E-Mail erreichbar. Ab dem 18. August bin ich wieder voll da. Dann startet übrigens auch mein neues Projekt “Little Big Social” und damit der Verkauf meiner Social Media Starter Boxen.

Bis die Tage! Genießt den Sommer!