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Robot Chicken Star Wars Special

Die Macht ist stark in [adult swim]

Es gibt so Tage, da haben selbst die kleinsten Dinge enorme Auswirkungen. Schön, wenn sie positiv sind und für mächtig guten WUMMS im Netz sorgen.

So geschehen am vergangenen Donnerstag. Da haben mein Kunde und ich uns entschlossen, die seit mehr als eineinhalb Jahren stillgelegte Facebook-Seite von [adult swim] Deutschland wiederzubeleben. Es gab gute Gründe, das zu tun und vor allem auch, das an diesem Tag zu tun:

  • [adult swim] ist ein Comedy-Block auf TNT Serie und in Kürze starten dort neue Serien. Auch im Netz wird es dazu bald neuen Video-Content geben.
  • [adult swim] ist unter anderem bekannt für sein legendäres Robot Chicken Star Wars Special und letzten Donnerstag, den 17.12.2015, war was?! Ganz genau: der Kinostart von Star Wars: Das Erwachen der Macht.

Wir bereiteten also einen Post vor, der auf der Facebook-Seite Engagement triggern und gleichzeitig auf Star Wars Bezug nehmen sollte. Das ist er:

Erwachen der Macht - adult swim

Dieser Post erzielte innerhalb von 72 Stunden eine organische (!) Reichweite von 155.000 Personen. Die Facebook-Seite hat wohl gemerkt nur 4.800 (!) Fans. Der Post wurde außerdem 100x geteilt und hat 150 Likes erzielt. Mögliche Erklärungen für diese beachtlichen Werte:

  • Es ist ein Video-Post und diese haben auf Facebook automatisch eine höhere Reichweite. Natürlich trugen auch die Shares enorm zur Verbreitung bei.
  • Das Vorschaubild des Clips zeigt einen AT-AT Walker und nimmt damit unmittelbar Bezug zu Star Wars, das in den Köpfen der Menschen omnipräsent gewesen sein dürfte.
  • In der einzeiligen Videobeschreibung wird ein klarer Mehrwert herausgestellt: „Das Robot Chicken: Star Wars Special in voller Länge!“ Und sie nimmt natürlich Bezug auf Star Wars.
  • Die beiden Links zum Video und zur Playlist führen zu YouTube und sind vor allem drin, um den YouTube-Kanal von [adult swim] zu pushen. Das Video im Facebook Post ist nämlich nur der Trailer für das Special, das in voller Länge nur auf YouTube zu sehen ist.
  • Die Hashtags #DasErwachenDerMacht und #StarWars waren gewiss ziemlich trending an dem Tag.
  • Das Timing des Posts um 18:15 Uhr dürfte auch seinen Teil dazu beigetragen haben. Da waren viele Leute vermutlich gerade auf dem Weg ins Kino oder machten sich bereit für den Kinobesuch um 20:00 Uhr. Sie waren also voll auf Star Wars eingestellt.

Alles in allem war der Post keine schlechte Nummer. Das Erwachen der Macht war stark auf [adult swim]. Weiter so gehen es muss! (frei nach Yoda)

Und jetzt: Have fun mit dem Robot Chicken Star Wars Special von [adult swim]!

Friedrich Mücke im Nebel

Neues Projekt: Weinberg

Zwischen Wäldern und Hügeln windet sich die Ahr durch eine nebelverhangene Herbstlandschaft. Inmitten dieses mystischen Idylls erwacht ein Mann (Friedrich Mücke) desorientiert und ohne Erinnerungen auf einem Weinberg. Über ihm hängt eine tote Frau in den Reben. 

So beginnt Weinberg, die neue Eigenproduktion des deutschen Pay-TV-Senders TNT Serie, der seit 2011 zu meinen Kunden zählt. Seine sechsteilige Mystery-Serie startet am 6. Oktober 2015 und ist dann immer dienstags um 21:10 Uhr exklusiv auf TNT Serie zu sehen.

Gemeinsam mit der Grabow & Bartetzko Filmproduktion bin ich für die Umsetzung der Online-Kampagne zuständig und übernehme ab 6.10. das Community Management während der TV-Ausstrahlung. Dies ist bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen der Agentur und mir, nachdem wir 2014 den Kinostart von WHO AM I – Kein System ist sicher in Social Media erfolgreich begleitet hatten.

Weinberg Krappenmann

Die Online-Kampagne rund um Weinberg zeichnet sich durch einen starken Storytelling-Ansatz aus. Auf der Website zur Serie werden verschiedenste Arten von Content zur Verfügung gestellt, der die Fans Schritt für Schritt tiefer in die Legenden und Geheimnisse rund um das Dorf Kaltenzell, in dem die Serie spielt, eintauchen lässt.

Zeichnungen, Briefe, Zeitungsartikel, Videointerviews, psychologische Gutachten… sie alle sind wie Puzzleteile, die sich langsam zusammensetzen werden, wenn sich die Handlung der Serie im Fernsehen entfaltet.

Weinberg Gutachten

Die Serie selbst hat bereits viel Lob geerntet. So sieht z.B. Christian Buß von Spiegel Online in Weinberg ein „furioses Werk“, das den Vergleich zur internationalen Konkurrenz nicht zu scheuen brauche. Und Julian Miller schreibt auf Quotenmeter.de:

„‚Weinberg‘ ist nicht das deutsche ‚Twin Peaks‘, aber trotzdem eine ganz hervorragende Serie und eine Bereicherung für die deutsche Fernsehfiction. Einen enorm spannenden Mystery-Stoff, der so packend erzählt wie sonst nur ausländische Formate, und weder in seiner Narrative noch in seiner Ästhetik den leichter kommerzialisierbaren und kompromissfreudigeren, sondern den künstlerischeren und stimmigeren Weg geht, hat man von deutschen Eigenproduktionen gar nicht mehr erwartet. Wie schön, dass es einmal mehr das Pay-TV ist, das mutig voran geht und uns Kritikern und Zuschauern den Gegenbeweis antritt.“

Weitere Stimmen zur Serie auf Twitter:

Weinberg ist ab 6. Oktober auf TNT Serie zu sehen. Mehr zur Serie gibt’s auf www.TNT-Serie.de/Weinberg zu sehen. Und mehr Infos zu meinen Aufgaben im Rahmen dieses Projekts findet ihr auf www.dannywoot.de/weinberg.

Bild: TM & (c) Turner Broadcasting System. A Time Warner Company. All Rights Reserved.

GTA5 House of Cards Intro

Grand Theft Movie Intros

Im April 2015 hat der Spieleentwickler Rockstar für seinen Blockbuster-Titel Grand Theft Auto V (GTA5) den Rockstar Editor herausgebracht. Mit diesem Tool können Spieler Szenen aus ihrem Gameplay aufzeichnen, bearbeiten und im Anschluss auf YouTube und anderen Plattformen ihrer Wahl teilen.

Spielern steht mit dem Rockstar Editor ein sehr cooles Werkzeug zur Verfügung, um sich als Gamer zu inszenieren und sich mit beeindruckenden Clips innerhalb der Szene einen Namen zu machen. Für Rockstar liefert jedes neue Video, das von der Community produziert wird und im Netz die Runde macht, ein Stück mehr Aufmerksamkeit.

Inhaltlich werden dabei nicht nur Storyelemente aus GTA5 aufgegriffen und neu erzählt. Die Spieler nutzen den Editor mittlerweile, um die Intros bekannter Filme und Serien mit Material aus dem Spiel nachzubauen.

Ein sehr schönes Beispiel, wie ich finde, ist das Intro von House of Cards des YouTubers El Serpe. Auf der unten verlinkten Website von VICE gibt es noch ein paar weitere, beeindruckende Clips zu sehen. Schaut mal rein.

Quelle: VICE. Bild: El Serpe / YouTube 

Chatroulette First Person Shooter

Chatroulette wird zum Zombie-Shooter

Die Plattform Chatroulette ist eigentlich bekannt für seine zufällig vermittelten One-on-one-Videochats. Wer dabei kürzlich das Glück hatte, auf die britischen Filmemacher von Realm Pictures zu treffen, wurde direkt hineinkatapultiert in einen First Person Zombie-Shooter.

Die Filmemacher schnallten einem Darsteller eine Webcam um. Die zugeschalteten User sahen also, was er sah. Der Clou war, sie konnten ihm über ihre Mikrofone Befehle geben: „Benutze die Brechstange, um durch die Tür zu kommen!“

So entfaltete sich eine Zombie-Storyline wie in einem Videospiel, nur wurde sie live vor der Webcam inszeniert. Das Ergebnis ist grandios.

Quelle: VICE. Bild: RealmPictures / YouTube 

Rickstaverse - Rick and Morty

Storytelling mit Instagram: Willkommen im #Rickstaverse

Zum Start der neuen Staffel von Rick and Morty, einem Comedy-Format des US-TV-Senders Adult Swim, wurde auf Instagram die sehr schicke Kampagne #Rickstaverse gelauncht, mit der die Nutzer in die Storywelt von Rick and Morty eintauchen und sie auf eigene Faust erkunden können.

Dafür wurden 80 Accounts auf Instagram angelegt. Jeder Account repräsentiert einen Ort im Serien-Universum: einen Planeten, eine Stadt usw. Ruft man einen Account auf und schaut ihn sich in der Rasteransicht an, sieht man ein großes, aus mehreren quadratischen Einzelbildern zusammengesetztes Bild des Ortes.

Damit das Ganze stimmig aussieht, wurden die Einzelbilder in jedem der 80 Accounts in einer festgelegten Reihenfolge hochgeladen und dazu noch jeweils mit Text versehen. Die Instagram-Accounts bestehen also nicht aus einer losen Abfolge von Fotos, sondern gründen auf einem gut durchdachten Arrangement, das visuell ganz im Stil der Serie gehalten ist.

Rickstaverse-Kampagne auf Instagram

Bild: Instagram / Adult Swim

Manche Einzelbilder enthalten Verknüpfungen zu anderen Accounts. Mit einem Klick warpt man quasi von Ort zu Ort und kann so die Storywelt ergründen. Auch Querverweise zu weiteren Kampagnenelementen sind integriert.

Der Mechanismus der Kampagne ist nicht neu. Schon 2014 hat IKEA Instagram dazu genutzt, um nach demselben Schema den eigenen Produktkatalog abzubilden und es somit den Kunden erlaubt, sich direkt auf Instagram durch die Produkte zu klicken. Die t3n hat darüber berichtet.

Schön umgesetzt ist die #Rickstaverse-Kampagne definitiv. Gerade für Entertainment-Formate wie TV-Serien und Filme ist Instagram ein wunderbares Storytelling-Tool, dessen Einsatz ich gerne öfter sehen würde.

In diesem Video wird die Kampagne übrigens ganz im Rick and Morty-Stil noch einmal erklärt:

Titelbild: YouTube / Adult Swim

Pixelmonster Donkey Kong greift an

Pixels: Film Community Management – #deepCM

Die Artikelserie #deepCM liefert tiefe Einblicke in das Community Management rund um ausgewählte Entertainment-Produkte wie Filme, TV-Serien und Games. Heute am Start: die SciFi-Komödie Pixels mit Adam Sandler und Kevin James.

ÜBER DEN FILM

In Pixels greifen Außerirdische die Erde an. Doch diesmal sind es keine übel riechenden Schleimmonster, sondern nur allzu bekannte Pixelwesen aus klassischen Videospielen wie Pac-Man oder Donkey Kong. Eine handvoll Old School Videospiel-Veteranen sind die letzte Hoffnung der Menschheit. Gemeinsam versuchen sie, die Aliens zu besiegen und die Erde vor dem Untergang zu bewahren.

Pixels (2015)
Regie: Chris Columbus
Cast: Adam Sandler, Kevin James, Josh Gad, Peter Dinklage u.a.
Kinostart: 30.07.2015 (Deutschland), 24.07.2015 (USA)
Offizielle Website: www.pixels-film.de

COMMUNITY SPOTS

Für die deutsche Fan-Community bestehen im Netz vier offizielle Spots:

Tatsächlich werden aber nur die Facebook-Seite und der YouTube-Channel deutschsprachig geführt. Twitter und Instagram werden US-seitig gepflegt und stehen entsprechend nur auf Englisch zur Verfügung. Hinzu kommt, dass der YouTube-Channel der von Sony Pictures Deutschland ist und es zu Pixels lediglich eine Playlist gibt.

Alles in allem findet das deutsche Community Building in der Pre-Launch Phase des Films offenbar überwiegend auf Facebook statt. Werfen wir mal einen Blick auf die Content-Formate, mit denen die Fans dort begeistert werden sollen.

CONTENT

Sony schnürt für Pixels einen klassischen Mix aus Film-Content, Gewinnspielen, Games und prominenten Testimonials.

1. TRAILER, STILLS & CO.

Pixels - Szenenfoto
Story Trailer, Cast Trailer, Szenenfotos, Clips zum Titelsong, GIFs mit Filmszenen, Happy Birthday Posts für den Cast und Countdown-Grafiken („Noch 1 Monat bis zum Kinostart“) gehören zum Standardrepertoire jeder klassischen Filmpromotion im Netz. Und das spielt Sony erwartungsgemäß souverän aus.

2. GEWINNSPIELE

Pixels - Facebook Gewinnspiel
Bei einem Sony Pictures Film gibt es natürlich eine Sony PlayStation 4 zu gewinnen, was sonst?! Bildmaterial von der PS4 Pixels Edition liegt leider bis dato noch nicht vor.

3. GAMES & SOCIAL TOOLS

In Sachen interaktive Angebote hat Sony eine Menge an den Start gebracht: Mit Pixelate Your World können Nutzer Fotos von sich hochladen und mit Pixelgrafiken schmücken.

Mit Pixelgrafiken Fotos verzieren

Echte Spielmechaniken inklusive Ranglisten gibt es auf der Landing Page Werde ein Arcader. Dort stehen verschiedene Arcade Games online zum Zocken bereit.

Pixels - Werde ein Arcader

Daneben gibt es mit Dojo Quest ein schickes Retro Game, bei dem die Nutzer in die Haut von Lady Lisa, einer Figur aus Pixels, schlüpfen. Das Game gibt es bei iTunes und Google Play.

4. TESTIMONIALS

Einige hochkarätige Namen aus Sport und Entertainment unterstützen bei der Promotion rund um Pixels, darunter YouTuber Simon Desue und US-Basketballer Anthony Davis.

Alles in allem fährt Sony hier einen bunten Content-Mix auf. Allerdings fehlt für meinen Geschmack hier das Besondere; Content also, der wirklich begeistert. Facebook wird überwiegend als Push-Kanal verwendet, auf dem klassischer Paid Content und gewöhnliches Promo-Material gespielt wird.

Das reicht aus, um die Fans kurzfristig zu begeistern und ihnen Pixels bis zum Kinostart immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Aber es wäre viel interessanter gewesen, sie tiefer in die Welt der alten Arcade Games einzuführen und ihnen den Kontext näherzubringen, in dem diese Games entstanden und ihre Auswirkungen bis in die heutige Zeit hinein entfalteten.

INTERAKTION

Beim Blick auf die Kommentare, die auf den verschiedenen Kanälen gepostet werden, verhärtet sich leider mein Verdacht, dass Facebook & Co. nur als Push-Kanäle dienen: die Interaktion mit der Community geht gegen Null. Vereinzelt werden Fragen beantwortet und Unklarheiten ausgeräumt, aber Dialogführung als Mittel zum Community Building oder generell zur Steigerung des Engagements wird nicht genutzt.

FAZIT

Der Content-Mix, der auf Facebook und auf den anderen Kanälen gespielt wird, gehört zum Standardrepertoire der Filmpromotion. Es mangelt an herausragenden Formaten, die man zweifellos hätte produzieren können für einen Film, der sich um klassische Games dreht. Denkbar wäre z.B. eine Landing Page, die eine interaktive Reise durch die Welt der Arcade Games bietet, mit allen großen und kleinen virtuellen Gegnern, die auch im Film auftreten.

Schade ist auch, dass die sozialen Mechanismen der Plattformen weitgehend ungenutzt bleiben. Hier wird Media ohne Social gemacht. Über eine vereinzelte Beantwortung von Fragen hinaus gibt es seitens Sony / Pixels keine Bemühungen, mit den Fans und Followern in den Dialog zu treten. Damit mutieren die sozialen Plattformen zu reinen Push-Kanälen.

Unterm Strich wird für Pixels leider keinerlei Community Management betrieben. Der Fokus liegt voll auf Media. Mit beidem zusammen hätte man in der so wichtigen Pre-Launch Phase des Films, in der wir uns noch befinden, deutlich mehr herausholen können.

Leuchtreklame "INTERNET"

Culture, Baby!

„Die Ethnologie erforscht traditionell das Denken und Handeln außereuropäischer Kulturen – von Südamerika über Afrika bis nach Asien und Ozeanien. Doch seit den 1990er Jahren widmet sie sich zunehmend auch Online Communities. Diese Teildisziplin der Ethnologie, auch Cyberanthropology oder Digital Anthropology genannt, versucht, Formen der Vergemeinschaftung im Netz besser zu verstehen und die kulturellen Bedeutungen, die soziale Netzwerke wie Facebook für die Menschen rund um den Globus haben, zu entschlüsseln. In der Session „Culture, Baby!“ präsentiere ich beeindruckende, ethnologische Erkenntnisse über kulturspezifische Nutzungsweisen von Facebook, die kaum jemand kennen dürfte. Und evtl. gehe ich zum Schluss noch der Frage nach, ob und wie diese Erkenntnisse unser Facebook Marketing, insbesondere das Facebook Community Management, verbessern könnten.“

Die AllFacebook Marketing Conference steht mal wieder an. Die nächste wird am 5. November in Berlin stattfinden und mit diesem Abstract habe ich mich diesmal als Speaker beworben.

Eine ethnologisch geprägte Session auf einer Marketing-Konferenz mag zunächst seltsam anmuten. Doch Ethnologen sind längst aus ihrem akademischen Elfenbeinturm herausgetreten und mitten in der Businesswelt angekommen.

Viele von ihnen arbeiten mittlerweile bei Google, Intel oder Microsoft. Diese großen Player haben längst erkannt, welchen bedeutungsvollen Beitrag Ethnologen für sie leisten können:

„While most execs are masters of analyzing spreadsheets, creating processes, and pitching products, anthropologists – and other practitioners of applied social science – can arrive at customer insights that big data tends to gloss over, especially around the role that products play in people’s lives.“ (businessinsider.com)

Schon während meines Ethnologie-Studiums an der LMU München interessierte ich mich besonders für die Digital Anthropology, die Teildisziplin also, die sich vor allem Informations- und Kommunikationstechnologien widmet.

Mit Alexander Knorr aka zephyrin_xirdal hatten wir zum Glück einen leidenschaftlichen Vertreter dieser Forschungsrichtung am Institut, der sich insbesondere mit Cyberpunk und Game Modding auseinandersetzt – und der mich letztendlich inspirierte, meine eigene Abschlussarbeit über „Computerspielen als soziale Praxis“ (2008) zu schreiben.

Mein Studium ist nun schon sieben Jahre her, doch die Digital Anthropology fasziniert mich immer noch. Und nun ist es an der Zeit, sie auch beruflich wieder stärker in den Fokus zu rücken, weil ich der Überzeugung bin, dass sie wertvolle Beiträge für ein tieferes Verständnis dessen bieten kann, was im Netz und speziell im Kontext von Online Communities eigentlich passiert.

Ich werde mich in Zukunft um eine stärkere Verzahnung zwischen Digital Anthropology und Community Management bemühen – zum einen in meiner beruflichen Beratungsarbeit, zum anderen natürlich hier im Blog.

Und sollte ich die Möglichkeit bekommen, auf der diesjährigen AllFacebook Marketing Conference über das Thema zu sprechen, werde ich das sehr gerne tun.

Bild: Pixabay (CC0 Public Domain)

re:publica Rakete mit Kreide gemalt

10 Learnings von der re:publica, Media Convention und DNX 2015

Müsste ich das, was ich in der ersten Mai-Woche alles erlebt habe, kurz und knapp zusammenfassen, würde sich das in etwa so lesen:

Sieben Tage Berlin. Drei Konferenzen. Viele tolle Leute getroffen. Dazu neuer Drive im Überfluss.

Auf meiner zweiten re:publica (hier der Rückblick auf meine erste in 2012) hatte ich mal wieder eine super Zeit. Und auch von meiner ersten Media Convention und Digitale Nomaden Konferenz (DNX) konnte ich eine Menge mitnehmen. Alle drei Events waren genau so woot wie sie klingen und natürlich gab es wieder mal ein paar Learnings, die ich jetzt mit euch teilen möchte.

#1 Fahr hin!

Noch im März wollte ich gar nicht auf die re:publica. Sie war mir erstens zu teuer und zweitens fand ich:

„Businessfokussiert“, so so. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, das wäre mir wichtig. Aber ich wurde eines Besseren belehrt – mehr dazu weiter unten.

Und nachdem das re:publica Ticket auch den Eintritt zur Media Convention gestattete, die zeitgleich am selben Gelände stattfand, war „zu teuer“ ebenfalls hinfällig.

Rückblickend kann ich sagen: sowohl die re:publica / Media Convention als auch die DNX waren die Zeit und das Geld definitiv wert!

#2 Steck dir ein Ziel

Ich finde, Konferenzen sind dann besonders effektiv, wenn man mit einem konkreten Ziel im Hinterkopf anreist. Zum Beispiel baue ich mir ja gerade mit Little Big Social ein Zusatzbusiness auf und hatte gehofft, vor allem auf der DNX neuen Input zu bekommen hinsichtlich Produktdesign und Vertrieb.

Genau so kam es dann auch. Weil ich mit diesem konkreten Ziel in die Talks und Sessions gegangen bin, konnte ich entsprechend viel für mich herausziehen. Und speziell für die re:publica / Media Convention, wo zeitgleich gut ein dutzend Sessions angeboten werden, hilft ein solches Ziel enorm, Sessions zu selektieren: da will ich hin, da nicht. 

#3 Lass dich auch mal treiben

Natürlich habe auch ich versucht, mir im Vorfeld einen möglichst guten Plan zu erstellen, welche Sessions ich besuchen will. Doch es kam nicht selten vor, dass eine Session nicht das liefert, was sie versprach.

Das ist besonders ärgerlich, wenn zeitgleich auf der Hauptbühne ein Top Speaker wie ESA-Astronaut Alexander Gerst spricht, von dem im Nachhinein viele sagen: „Der hat eine fantastische Session gehalten! Du hättest da sein sollen!“ Hm…

Manchmal sollte man seine Pläne einfach über den Haufen werden und sich von der Masse treiben lassen. Zum Glück gibt es den Talk von Alexander Gerst auch auf Youtube.

#4 Talking ist wichtiger als Talks

Wenn man nur in Sessions herumhängt und zuhört, was andere von der Bühne aus zu erzählen haben, geht einem ein wichtiger Teil von Konferenzen verloren: das persönliche Gespräch.

Gespräche wirken bei mir stärker nach als jeder Talk, dem ich lausche. Die schönsten Momente hatte ich, als ich Freunde und Bekannte traf, die ich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen habe. Sie machten meine Woche in Berlin erst so richtig wertvoll. 

Gerade die liebe Sandra @spot23net auf der re:publica getroffen. War ein schönes Wiedersehen. Ein von Danny (@dannywoot) gepostetes Foto am

#5 Denke an deinen Akku!

Blöd, wenn man live twittern möchte und dann merkt, dass einem der Saft ausgeht. Also niemals das Ladekabel vergessen oder einen zusätzlichen Akku einpacken, das ist gaaaaaaanz wichtig!

#6 Es geht auch günstiger

Konferenztickets, Hotel, Bahnfahrt, Verpflegung vor Ort – die sieben Tage Berlin kosteten mich knapp 1.000 Euro. Ganz schön viel Geld.

Dann kam Robert, der meinte: „Ich reise günstig mit dem Fernbus an und ab. Am Tag vorher helfe ich beim Aufbau mit, wodurch ich das Ticket gratis bekomme. Und meine Unterkunft hab ich auf AirBnB gefunden.“

Unterm Strich dürfte er nur gut ein Drittel meiner Kosten gehabt haben. Tja, gewusst wie.

#7 Gehe zusammen mit anderen hin

Jede Reise wird besser, wenn man seine Erfahrungen mit anderen teilen kann. Das gilt auch für Konferenzen.

Auf der re:publica / Media Convention kannte ich eine handvoll Leute, mit denen ich mich zwischendurch immer wieder traf. Und auch auf die DNX bin ich nicht alleine gegangen.

Es ist einfach so viel schöner, Freunde und Bekannte um sich zu haben, mit denen man sich austauschen und gemeinsam Essen gehen kann.

Gado Gado Time mit @pr3mut05 und @wissen02

Ein von Danny (@dannywoot) gepostetes Foto am

#8 Lass Lücken in deinem Zeitplan

Irgendwann erreichst du immer den Punkt, wo du genug Input hast. Dann gilt es abzuschalten und dir eine Pause zu gönnen. Am besten geht das, wenn du dir an jedem Tag nicht zu viel vornimmst.

Mein Tipp: Zwischendurch einen Spaziergang machen und über das nachdenken, was du bislang so gehört hast. Du brauchst einfach auch Zeit, um Informationen zu verarbeiten, und das geht bei lockerer Bewegung am besten.

#9 Nimm dir ein Fahrrad

In Berlin kannst du wunderbar Fahrrad fahren. Ich leihe mir eigentlich immer eins, wenn ich in der Stadt bin. Das kostet um die 10 Euro pro Tag und du kommst ziemlich schnell von A nach B.

Aber das Beste ist: Wenn du den ganzen Tag auf der Konferenz herumsitzt, tut die Bewegung richtig gut. Und du siehst auch was von der Stadt.

#10 Mach was draus!

Schon auf der Heimfahrt arbeitete ich einige der Ideen aus, die ich während meiner Zeit in Berlin hatte. Kleiner Teaser gefällig?

Ich werde mit Danny Woot neue Wege im Community Management gehen und an ein Kapitel in meinem Leben anknüpfen, das eigentlich abgeschlossen ist: mein Ethnologie-Studium. Ich will meine Community-Arbeit in Zukuft kulturwissenschaftlich stärker unterfüttern.

Außerdem werde ich bei Little Big Social meine Social Media Starter Boxen in verschiedenen Varianten anbieten. In diesem Zuge wird auch die Preisstruktur grundlegend überarbeitet.

Alles in allem habe ich viel vor in diesem Jahr. Dank re:publica, Media Convention und DNX dürfte mir der Drive so schnell nicht ausgehen.

In diesem Sinne:

Let’s rock it!

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr, wenn die Konferenzen in eine neue Runde gehen. Und wer weiß, vielleicht bewerbe ich mich dann auch mal als Speaker. Mir schwebt da auch schon ein Thema vor…

Bild: „re:publica 2015 – Tag 0“ von  re:publica/Gregor Fischer (CC BY-SA 2.0, beschnitten)

Kerze und Kuchen in den Danny Woot Farben

4 Jahre selbstständig. WOOOOOT!

Gestern hatte ich allen Grund zum Feiern. Doch weil ich es mir an diesem wunderbaren Samstag einfach gut gehen lassen wollte, schreibe ich erst jetzt darüber: Ich wurde 4!

Seit mittlerweile 4 Jahren bin ich nun mit meinem Label Danny Woot selbstständig. Am 30. April 2011 schied ich aus meinem letzten Angestellenverhältnis aus und startete schließlich am 2. Mai ganz offiziell in die Selbstständigkeit – „offiziell“ deshalb, weil ich die Weichen dafür eigentlich schon viel früher gestellt hatte.

Doch ich will gar nicht viel Worte verlieren. Heute ist Sonntag. Morgen geht’s für eine Woche nach Berlin zur re:publica, Media Convention und DNX. Und ich muss noch packen.

Deshalb gibt’s nur ein kleines Foto von dem Danny Woot Geburtstagskuchen, den mir meine liebe Frau anlässlich meines Jubiläums gebacken hat: Zitronenquark, etwas Schokolade, alles in den Danny Woot Farben Schwarz und Gelb und dazu noch Low Carb – genau wie ich es mag.

(Und nein, es ist nichts mehr davon übrig.)

Low Carb Danny Woot Kuchen mit Zitronenquark und dunkler Schokolade

Low Carb Danny Woot Kuchen mit Zitronenquark und dunkler Schokolade

Screenshot aus "Call of Duty: Advanced Warfare"

So verlief die Video-Kampagne zu Call of Duty: Advanced Warfare

Als im November 2014 der Shooter Call of Duty: Advanced Warfare für PC und Konsolen erschien, kursierten bereits jede Menge Screenshots und vor allem Videos über das Game im Netz.

Publisher Activision startete nämlich ca. 6 Monate vor dem Release mit einer groß angelegten Video-Kampagne, die mit aufwändig produzierten Clips und vor allem mit ein paar außergewöhnlichen Formaten überraschte.

In einem Gastartikel für den FourScreens Blog habe ich die Video-Kampagne zu Call of Duty: Advanced Warfare genauer unter die Lupe genommen. Ich habe mir die Formate, ihre Umsetzung und die Zeitpunkte ihrer Veröffentlichung angesehen und daraus die wichtigsten Erkenntnisse abgeleitet, die auch auf Video-Kampagnen in anderen Branchen anwendbar sind, darunter…

  • warum es für Produkt und Kampagne eine zentrale Leitidee geben muss, die crossmedial transportiert wird,
  • warum es im Rahmen einer Video-Kampagne lohnenswert sein kann, außergewöhnliche Formate zu wagen,
  • welche Rolle das richtige Timing bei der Veröffentlichung der Clips spielt,
  • warum die Videos für die Konsum- und Sehgewohnheiten der Zielgruppen optimiert sein müssen
  • und warum es so wichtig ist, frühzeitig ins Community Management zu investieren.

Den vollständigen Artikel „Macht verändert alles“ gibt es auf fourscreens.org zu lesen.

Bild: „Call of Duty: Advanced Warfare“ von Joshua Livingston auf Flickr (CC BY 2.0, Bild beschnitten)